Chronik des Gesangverein Niederweiler 1862 e.V.
Der ursprünglich als Männerchor gegründete Verein ist der älteste Verein Niederweilers, gegründet am 26. Dezember 1861. Erster Vorstand des Vereins war Sebastian Schlizweg, erster Dirigent war Lehrer Sütterlin.
Nachdem einige Männer im „Weilertäler Gesangverein“ mitgewirkt hatten, der bereits 1836 unter Beteiligung der Kirchspielorte gegründet worden war, wollten diese Männer nunmehr in einem eigenen örtlichen Chor singen.
Erste Fahnenweihe war im Juli 1862, von nun an galt das Jahr 1862 als Gründungsjahr. Bis 1886 hatte der Verein sicheren Bestand. Das Auf und Ab im Dorf, durch umfassende strukturelle Veränderungen hervorgerufen, brachte Unfrieden und Zwistigkeiten mit sich, die das Vereinsleben schwer belasteten. Der Verein drohte endgültig auseinanderzubrechen, bis Lehrer Gustav Vollmer (später Ehrenbürger von Niederweiler) sich des Chores annahm und unter der Vereinsleitung des Fritz Söhnlin einen gemischten Chor ins Leben rief.
Die Zeit des gemischten Chores war jedoch kurz bemessen, denn ab 1892 wurde es wieder still um den Gesangverein. Unter der Initiative von Lehrer Vollmer kam es am 18. Januar 1902 zur Neugründung. 26 Sänger waren der Anfangsbestand. Die Versammlung über die Neugründung gab sich die ersten Statuten.
Die alte Fahne wurde wieder aufgefunden und mit einer neuen Fahnenstange versehen. Denn, so berichtete der Chronist, die Jahre ihrer Vergessenheit sind an der alten Fahne aus 1862 nicht spurlos vorübergegangen. Die Farben waren verblichen und der kostbare Seidenstoff brüchig. Die Fahnenstange war krumm und zerschunden, weil sie als „Stipper“ an einer „Erdäpfelhurt“ gedient hatte.
Von diesem Zeitpunkt an konnte der Verein ständig den sich gestellten Aufgaben widmen. Die Vereinstätigkeit wurde nur noch durch die Notjahre der beiden Weltkriege unterbrochen. Am 06. Dezember 1904 wurde der Männergesangverein Mitglied beim Untermarkgräfler Sängerbund.
Mit einem groß angelegten Fest konnte der Verein im Sommer 1927 die neue Fahne weihen. Im Kriegsjahr 1944/45 kam die Tätigkeit des Vereins völlig zum Erliegen.
Am 03. April 1948 kam es zu einer erneuten Vereinsgründung. Es folgte eine rege Vereinstätigkeit. Das erste Sommernachtsfest war ein durchschlagender wirtschaftlicher Erfolg im Jahre 1949.
Beim Jubiläumsfest zum 90-jährigen Bestehen des Gesangvereins im Jahr 1952 sind wir erstmals mit dem gemischten Chor an die Öffentlichkeit getreten.
Ein Höhepunkt im Ablauf der Vereinsgeschichte war die 100-Jahr-Feier im Sommer 1962. Zu diesem Jubiläum wurde dem Gesangverein eine besondere Ehre zuteil mit der Verleihung der Zelterplakette vom Bundespräsidenten als Dank und Anerkennung für den Beitrag zu wertvoller Deutscher Kulturarbeit.
Am 16. April 1971 erfolgte die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht Müllheim.
Die Vereinstätigkeit der letzten Jahrzehnte beschränkte sich bei weitem nicht auf das Singen zu unzähligen freudigen und traurigen Anlässen.
Erinnert sei an den Neuaufbau des Bammerthüsli in den Reben durch die Gesang-vereinsmänner im Jahr 1967, an die Bewirtung des Scheibenfeuers seit 1969 oder an die Durchführung der ersten öffentlichen Fastnachtsveranstaltung im Gasthaus Warteck im Jahr 1972.
Heute ist der Gesangverein Niederweiler ein vitaler Verein mit einem großen Spektrum an gesungenen Stilrichtungen für alle Altersklassen.
Neben dem Männergesangverein und dem Gemischten Chor besteht seit 2005 das moderne Ensemble „The Other Side“, in dem Liebhaber von Blues, Gospel und Pop ihre Heimat finden, im Jahr 2007 wurde für die Jüngsten im Dorf der Kinderchor gegründet.
Zum Schluss noch ein kurzer Überblick über die Persönlichkeiten, welche in den vergangenen Jahrzehnten die Geschicke unseres Vereins bestimmt und geprägt haben:
1. Vorstäne Dirigenten
1949-1951 Artur Reif 1949-1955 Eugen Wankmüller
1952-1954 Lukas Wernet 1955-1963 Helmut Schwitalla senior
1954-1955 Hermann Wolfsberger 1963-1965 Helmut Schwitalla junior
1955-1963 Ernst Erhardt 1965-1974 Friedrich Kaiser
1963-1967 Albert Reinmuth 1974-1978 Werner Schenk
1967-1979 Gustav Krafft 1978-1980 Siegfried Schneider / Carol Hill
1979-1994 René Ritter 1980-1993 Paul Müller
1994-2003 Günther Fuchs 1993-2003 Mariusz Cosmescu
2003-2010 Bernhard Ritter seit 2003 Beata Veres-Nonnenmacher
seit 2010 Thomas Kellermann